Geschichte der Stadt Schönbach
Das ehemalige Schönbach, heute Luby, liegt auf einem Gebiet, das in der Zeit der ersten Siedlungstätigkeit als „umliegender Wald", oder „Schönbacher Wald" genannt wurde. Die Zeit der wahrscheinlichen Erstbesiedlung kann in die Jahre 1100 bis 1140 datiert werden.
Anfangs der Fürstenzeiten war dieses Gebiet zweifelloser Bestandteil eines Grenzforstes, flächenhaft eine nur ungefähr vermarkte Grenze zwischen der böhmischen und deutschen Seite. Die ersten Fürsten der Přemysliden haben im Laufe des 10. und 11. Jahrhunderts bei ihren Bemühungen um eine Vereinigung und Eroberung der slawischen Stämme in Böhmen und Mähren, die voll von schwierigen Kämpfen und dramatischen Wechselfällen gewesen sind, nicht genug Kräfte und Mittel gefunden, um das slawische Volk an den Quellen der Eger und der Donau in ihren Bereich einzubeziehen. Gerade diese Bereiche sind in die Hauptrichtungen der Expansion der deutschen Feudalität geraten. Diese war besser organisiert, disponierte mit einem größeren Macht- und Menschenpotential und wurde direkt von den deutschen Kaisern unterstützt. Das Egerland und die angrenzenden Waldgebiete erlebten eine Expansion aus Bayern.
Eine markante Persönlichkeit unter ihren Herrschern stellte Markgraf Diepold von Vohburg dar, zuerst erwähnt 1093 und regierend 1146, und zwar dank der Kolonisationstätigkeit, zur deren Unterstützung er 1132 an der westlichen Seite des Grenzwaldes in Waldsassen ein Kloster des Kolonisationsordens der Zisterzienser gegründet hat und beschenkte diese sehr reichlich mit Waldgebieten. Nach dem Tode von Diepold II. übernahm dieses Gebiet der erste deutsche König des Geschlechts der Staufer, Konrad III. Die Verwaltung des Gebietes übergab er dem zweitgeborenen Sohn, Herzog Friedrich von Rothenburg (auch Schwäbischer genannt). Nach dem Tode Konrads III. im Jahre1152 und Friedrichs im Jahre 1157 überging das Egerland in den Besitz seines Cousins, des Kaisers Friedrich I. Barbarossa.
Aus dieser Zeit stammen auch die ersten urkundlichen Erwähnungen über Schönbach und seine Umgebung.
Im Jahre 1154 schenkte Herzog Friedrich von Rothenburg sein Gut Watzkenreuth (Vackov) in der anliegenden Nachbarschaft, südwestlich von Schönbach, dem Kloster Waldsassen und bestätigte alle vom Markgraf Diepold erteilten Rechte für diese Güter. In den Jahren 1157-61 bestätigte der Bischof von Regensburg Hartwig das Zehentenrecht für verschiedene, dem Kloster vom Markgrafen Berthold und Diepold geschenkte Güter, „sowie auch die Zehenten von Schonpach und Kirchberg (Kostelní, nördlich von Schönbach) samt Wald, die König Konrad und Herzog Friedrich an die genannten Brüder (dh. Zisterzienser) übergeben hat."
Im Jahre 1158 schenkte der böhmische König Vladislaus II. dem Kloster Waldsassen einen geographisch nicht genauer begrenzten Waldbezirk „im Wald der Provinz Zettlitz" und 1165 erneut einen, nur durch die Wasserläufe um die Quellen des sächsischen Flusses Elster vermarkten und also mit dem Gebiet um Schönbach herum identischen Waldbezirk. In einer Urkunde, in welcher der gesamte Besitz des Klosters, nebst anderer 16 Siedlungslokalitäten aufgezeichnet wurde, darunter zwei mit Bezeichnung Schönbach (in ulteriori silva...Sconenbach) „im hinteren Wald" vom Jahre 1185, nimmt Papst Lucius III. das Kloster Waldsassen endlich in seinen Schutz.
Folgen wir der Angaben der zitierten Urkunden, so wird der Anschein erweckt, dass dieser Waldbezirk um Schönbach herum bis zur Hälfte des 12. Jahrhunderts schrittweise an die Zisterzienser von Waldsassen übergeben worden ist. In der Zeit war die von den weltlichen Feudalen, wahrscheinlich von Markgrafen Diepold oder schon von seinen Vorgängern vom Stützpunkt in Eger (Cheb), durchgeführte Kolonisation schon in vollem Gange. Die Zehente, über die man spricht, waren päpstlicher Zehente, welche im Auftrag des Bischofs von Regensburg von den zuständigen Markgrafen eingenommen wurden und dessen Teil sie für die Ausübung dieser Funktion für ihren eigenen Bedarf behalten durften. Die Übergabe an die Zisterzienser hat bewiesen, dass die zuständigen Lokalitäten schon vor ihrer Ankunft hier gewesen sind. Das Kloster hat aber die Kolonisation intensiver gestaltet, wie aus der Zahl der in der päpstlichen Urkunde angeführten Siedlungslokalitäten zu entnehmen ist. In der mittel¬alterlichen Gesellschaft entstand in dieser Zeit wahrscheinlich auch der Bedarf einer kirchlichen Zugehörigkeit, eine eigene Kirche zu haben. Der Bau der Kirche wurde im Jahre 1188 begonnen, als Zeuge wird in einer Klosterurkunde vom Jahre 1199 der erste Pfarrer schriftlich nachgewiesen. Die Kirche war seit langen Zeiten dem Apostel Andreas gewidmet. Sie musste hier zweifellos schon in der Klosterära funktioniert haben. Ob sie noch früher entstanden ist, kann aus schriftlichen Urkunden nicht entnommen werden, sondern nur vom Bautyp her.
StadternennungGanze zwei Jahrhunderte lang blieb Schönbach samt anliegender Umgebung unter der Klosterherrschaft. König Ludwig der Bayer gestattete 1319 dem Abt des Klosters Waldsassen Johann III., das Dorf Schönbach zur Stadt zu erheben und ihm die gleichen Rechte, die auch die Stadt Eger (Cheb) hatte, zu erteilen. Dies fühlten die Vögte aus Plauen als Benachteiligung und haben eine Reihe von Streifzügen in das umliegende Gebiet unternommen. Das Kloster wendete sich an den böhmischen König mit der Bitte um Schutzgewährung und Johann von Luxemburg, erfüllte im Jahre 1322 diese Bitte. Schönbach ist dadurch zum ersten mal aktiv in die Machtsphäre der böhmischen Herrscher geraten, nachdem der früher im Jahre 1265 durch Přemysl Ottokar II. und im Jahre 1291 durch Wenzel II. geleistete Schutz ein Schutz von eher nur rechtlicher Bedeutung war. In den Quellen sind keine Angaben darüber angeführt, ob und in welchem Umfang selbst die erst erhobene Stadt zu schäden kommen konnte.
Das Kloster verpfändete 1348 die Stadt mit beiden anliegenden Dörfern wegen Geldnot an Rüdiger von Sparneck und um das Rücklaufrecht zu vereiteln, hat er daher den Besitz 1354 dem König Karl IV. angeboten, der ihm die Güter als böhmisches Mannlehen wieder verlieh. Im Jahre 1370 wandelte Karl IV. Schönbach in einen Familienbesitz der böhmischen Könige um, im Jahre 1398 verpfändete Wenzel IV. diesen Besitz an die Grafen von Schwarzburg und im Jahre 1422 wurde er von Sigismund gegen das Versprechen, am Krieg gegen die Hussiten ununterbrochen teilzunehmen, an die Markgrafen von Meißen verpfändet.
Um die Hälfte des 15. Jahrhunderts verlieh der Markgraf von Sachsen und Meißen Schönbach und das umliegende Gebiet als sächsisches Lehen an Mathias Schlick, dem Bruder des Kanzlers von Sigismund – Kaspar, dem Gründer der Macht und Würdigkeit des Geschlechtes Schlick.
Das Schönbacher Gebiet und auch das 1461 durch Georg von Podiebrad bestätigte Lehen, wurde 1459 an die Böhmische Krone zurückgegeben. Die Schlicks haben durch verschiedene Wege einen größeren Besitz erworben und haben so geradezu die Herrschaft über das ganze Gebiet des oberen Laufes der Eger und des Erzgebirges ausgedehnt. Ihren Nachbarn gegenüber und auf den als Pfand oder Lehen gehaltenen Grundherrschaften der Krone, den Lehensgütern und Städ¬ten - vor allem Elbogen gegenüber -, haben sie sich sehr gewalttätig benommen. Diese Verhält¬nisse mündeten während der schwachen Herrschaft der Jagiellonen in ständige Aufstände, Plänkeleien, und Gerichte aus, nachfolgend zur Landesbereitschaftserklärung und 1505 zum Feldzug gegen Sebastian Schlick auf Elbogen und natürlich auch gegen seine mit ihm solidarischen Geschwister über.
Wegen seiner Teilnahme am Ständeaufstand 1547 hat Hieronymus Schlick Schönbach durch Konfiszierung zu Gunsten des Königs Ferdinand I. und seiner Kammer verloren. 1552 verpfändete Ferdinand I. Schönbach und die weitere Herrschaft Hieronymus Schlicks an den Burggrafen Heinrich IV. von Plauen und dieser dann 1554 an 30 Stadtbürger von Elbogen. Kaiser Rudolf verkaufte die Herrschaft Schönbach 1597 als erblichen Besitz an den Kaiserrat und Prokurator Heinrich von Pisnitz, um Mittel für den Türkenkrieg in Ungarn zu bekommen. Heinrich von Pisnitz ließ in den Jahren 1604 - 1608 auf einer mäßigen Anhöhe nordwestlich von der Stadt ein Schloss erbauen. Das ganze Areal war von einem großen Park umgeben und mit der Stadt durch eine schöne Allee verbunden. Der letzte der Grafen Pisnitz, Julius Heinrich Josef, errich¬tete 1715 ein Armenhospital in der Stadt und ein Jahr später ließ er die Kapelle Maria Heimsuchung er¬bauen. Die Herrschaft mit Schloss und Stadt blieb bis 1739 im Besitz dieses Herr-schergeschlechts. Heinrich von Pisnitz verkaufte dann die Herrschaft an den Freiherrn Johann Karl von Selb. Dieser hatte sicherlich keine Freude am im November desselben Jahres ausgebrochenen Großfeuer, das die ganze Stadtmitte vernichtet hat. Zusammen mit dem Rathaus und Pfarrhaus fielen dem Großfeuer 57 Wohnhäuser zum Opfer.
Heinrich von Pisnitz trat nach dem Verkauf in das Franziskanerkloster in Eger ein, wo er 1773 als Mönch starb. Sein Grabstein befindet sich heute (Jahr 2001) im Hofe des Egerer Museums.
Seit 1786 ist die Herrschaft Schönbach in Besitz von Johann Martin Hoyer, ab 1791 ging sie an Johann Gottfried Korb. Die Abwechslung der Besitzer der Herrschaft Schönbach wird fortgesetzt, 1798 kam sie sogar in Besitz einer Bürgergemeinschaft von 73 Bauern und Stadt¬bürgern von Eger. Im Jahre 1816 erwarb sie der Besitzer Generalmajor Franz Ritter von Rousseau, 1840 verkauft er alles an seinen Schwager Josef Karl Starck.
Ein Unglück in Form eines weiteren Großfeuers erfasste die Stadt, und zwar im Jahre 1865, als 29 Häuser mit den Wirtschaftsgebäuden und neuerlich auch dem Pfarrhaus niedergebrannt sind.
StadtentwicklungIn den folgenden Jahren hat sich in der Stadt sehr viel geändert, es stehen auch ausführlichere Aufzeichnungen zur Verfügung. Und so erfahren wir, dass im August 1868 das Postamt eröffnet wurde, 1872 wurde ein Telegrafenamt in Betrieb genommen. Ein Jahr später wurde die Musikfachschule eröffnet, 1878 wurde feierlich der Unterricht im neuen Volksschulegebäude aufgenommen. Die Stadt konnte sich mit einem neuen, 1882 übergebenen, Rathaus rühmen. Im November 1887 wurde der neu gegründete Friedhof eingeweiht.
Die Stadtentwicklung dokumentiert auch die Zahl der hier wohnenden und arbeitenden Einwohner. Im Jahre 1890 ist Schönbach mit seinen 3639 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Egerland. Den angeführten Angaben nach waren 1897 über 1200 Personen als Musikinstrumentenerzeuger beschäftigt. Diese für Schönbach bis heute traditionelle Erzeugung beschäftigte die Mehrheit der hiesigen Einwohner, sei es der Musikinstrumentenbau allein, oder auch nur die Herstellung von Musikinstrumententeilen (z.B. Geigenhälse) in der Form von Zuschnitt-, Bestandteil-, Saitenherstellung usw. Einen bedeutenden Fortschritt brachte der Bau des städtischen, 1899 in Betrieb genomme¬nen Elektrizitätswerkes. Ein Jahr danach erfolgte ein weiteres, für die Stadt bedeutendes und sehr wich¬tiges Ereignis - am 27. Juni wurde die Eisenbahn Tirschnitz - Schönbach feierlich eröffnet. Elektrischer Strom und die Bahnverbindung regten die weitere Wirt-schaftsentwicklung an, es sind neue Dienstleistungen entstanden, verschiedene Vereine boten den Bürgern ein kulturelles und sportliches Leben an. Die Stadt wuchs und die bisherigen Schul¬räume haben schon lange nicht mehr gereicht und so entschieden die Stadträte über den Bau einer neuen Schule. Diese wurde auch für die heutige Zeit unwahrscheinlich schnell aufgebaut. Vom ersten Spatenstich bis zur Übergabe der Schule für Unterrichtszwecke im Dezember 1902 verliefen nicht mehr als 9 Monate.
Eine weitere Entwicklung erfuhr und mehrere Räume beanspruchte auch der Musikunterricht, der anfangs in Privathäusern und später, seit 1882, im Rathausgebäude stattgefunden hat. Der steigende Unterrichtsbedarf und die unbefriedigenden Räume wurden vom Stadtrat großzügig und ehrwürdig geregelt. Im September 1910 wurde beschlossen ein neues Gebäude der Musikschule zu bau¬en, am 15. September 1911 wurde das Gebäu¬de zum Gebrauch übergeben. Innerhalb eines Jahres hat so die Stadt ein neues zwei¬stöckiges Gebäude mit Konzertsaal erhalten.
Im Jahre 1921 hat die 600-Jahr Feier der Er¬hebung Schönbachs zur Stadt stattgefunden. Richtigerweise wäre sie schon 1919 fällig gewesen, aber die damals ungünstige Lage zusammen mit allen Nachkriegsverhältnissen hat überhaupt keinen Gedanken an eine solche Feier erlaubt. Desto grandioser hat man berechtigterweise mit Rückblick auf den unerwartet erfolgreichen Wirtschaftsaufstieg zwei Jahre später gefeiert. In Schönbach und Umgebung arbeiteten über 4000 Leute in der Musikindustrie.
GeigenbauIn einer ähnlichen Atmosphäre der prosperierenden Stadt fand im Sommer 1927 die feierliche Enthüllung des Geigenbauerdenkmals statt. Die Idee des Denkmalbaues entstand in der Geigenbauersektion. Durch den Bau des Denkmals sollte allen unbekannten Geigenbauern und Musikinstrumentenerzeugen, die sich um die Entwicklung dieses Gewerbes im Schönbacher Gebiet eingesetzt haben, Ehrung dargebracht werden. Gleichzeitig sollte damit eine neue symbolische Sehenswürdigkeit der Geigenbauerstadt errichtet werden. Als hätte die Denkmalenthüllung unter großer Teilnahme der Einwohner und auch vieler ausländischer Gäste auch das Ende der optimistischen Zeiten der zwanziger Jahre symbo¬lisiert. Vor der schönbacher Musikindustrie stand eine schwierige Krisenzeit.
Es war eine gefährliche, politische, in den zweiten Weltkrieg übergehende Krise. Ihre Rolle haben auch die Herbstereignisse 1938, als die Tschechoslowakische Regierung auf Grund des Münchener Abkommens ihre Grenzgebiete abtreten musste, gespielt. Die Stadt wurde von der deutschen Armee besetzt. Die Musik-instrumentenerzeugung war fast stillgelegt, die Werkstätten haben sich auf Rüstungsaufgaben orientiert, die meisten Handwerker und Hausarbeiter arbeiteten in den Egerer Flugzeugwerken. Die Stadt überlebte die Kriegsjahre ohne größere Schäden. Sie wurde zweimal bombardiert, es wurden nur zwei Gebäude zerstört, einige wurden durch nachfolgende Feuer beschädigt. Amerikanische Soldaten kamen am 6. Mai 1945 nach Schönbach, damit war der Krieg beendet.
Zu großen Schäden kam es in der Nachkriegszeit, als es auf Grund des durch die Sieger¬mächte unterzeichneten Potsdamer Abkommens (unterzeichnet am 2.8.1945) zur Aussiedlung der Bürger deutscher Nationalität nach Deutschland gekommen ist. Die überwiegende Mehrheit der örtlichen Bevölkerung, von den einfachen Arbeitern bis zu den wirklichen Meistern, musste von ihrer Heimat Abschied nehmen, und sie verlassen. Sie haben eingerichtete Häuser hinter-lassen, haben aber Erfahrungen und Fachkenntnisse bezüglich der Musikinstrumentenerzeugung, die sie nachfolgend in der neuen Heimat schrittweise von Hauswerkstätten bis zu Betrieben entwickelt haben, mitgenommen. Zur neuen Heimat wurde für die Mehrheit der schönbacher Bürger das Städtchen Bubenreuth bei Erlangen, das Dank dem Fleiß und der Kunst der Ver¬triebenen wegen seiner Musikinstrumentenerzeugung weltbekannt geworden ist.
Mit ähnlich schwierigen Aufgaben kämpften auch die örtlichen Musikinstrumentenerzeuger. Es blieben nicht viele, mit ihnen blieben auch einige deutsche Bürger hier, vor allem Antifaschisten und Sozialdemokraten. Eben auf deren bürgerlicher Einstellung und handwerklicher Tüchtigkeit konnte nach Kriegsende zusammen mit der tschechischen Bevölkerung ein neuer Anfang der schönbacher Instrumentenindustrie aufgebaut werden. Schon Ende des 19. Jahrhunderts ist die Musikinstrumentenerzeugung (vor allem der Geigenbau) unter der Bezeichnung Cremona zum weltbekannten Begriff geworden. Unter dieser Bezeichnung hat nach 1945 eine neue Etappe begonnen. Zum Beginn hat man in über zwanzig kleineren, in der Stadt verstreuten Betriebsstätten, produziert. Im Laufe der Zeit hat sich die ursprüngliche Kleinproduktion so verbreitet, dass man entschieden hat, einen neuen Betrieb zu bauen. Im Jahre 1968 konnte also der größte Teil der Betriebsstätten und damit auch über 600 Arbeiter in die neuen Räume in der Petr Bezruč Strasse einziehen. Der Betrieb Cremona gehörte zu den größten Musik¬instrumentenherstellern in Europa.
NachkriegszeitKehren wir jetzt aber wieder zur eigenen Stadt zurück. Nach den Maiereignissen 1945 findet eine allmähliche Besiedlung durch die tschechische Bevölkerung statt. Dabei handelt es sich vor allem um Soldaten der Tschechoslowakischen Armee, Mitglieder des Korps der Nationalen Sicherheit, der Revolutionsgarde. Einige ursprüngliche Einwohner kehren zurück. Sie ziehen in die leeren Häuser der vertriebenen Einwohner deutscher Nationalität ein. Nur von Schönbach wurden 1947 über viertausend Vertriebene ausgesiedelt. Die verlassenen Häuser blieben ohne Wartung, der Wohnungsfond war in einem ziemlich schlechten Zustand, er war überaltert und verkommen. Dies führte zum Abbruch eines großen Teils von Gebäu¬den im Laufe einiger Jahre. An deren Stellen wurden meistens Parkanlagen angelegt und es kam zur Erweiterung der städtischen Grünflächen, an anderen Stellen wurden neue Häuser - Plattenbauten aufgebaut. Diese wurden an mehreren Stellen gebaut, die Möglichkeit einer Woh¬nungszuteilung lockte viele Leute aus der ganzen Republik nach Schönbach. Einige von ihnen haben nach einer Zeit die Stadt wieder verlassen, andere sind gekommen und sind heute ständige Schönbacher. Für den Bedarf der Einwohner wurden zwei Kinderkrippen und drei Kindergärten errichtet, es entstanden Geschäfte, man baute ein neues Hotel mit Gaststätte und einem neuen Einkaufszentrum, durch die Rekonstruktion des alten Kulturhauses hat die Stadt ein modernes Städtisches Kulturzentrum und ein neues Breitwandkino erhalten. Eine neu erbaute Sporthalle und viele Sportvereine haben sportliche Betätigung geboten.
Arbeitsgelegenheiten hat vor allem der Betrieb Cremona und der Elektroschaltschränke herstellender Betrieb Stavokonstrukce geboten. Weiter war auch eine Betriebsstätte des Betriebes Karna Marienbad ansässig, die Stadt beschäftigte Leute im kommunalen Dienstleistungsbetrieb.
GegenwartDie letzte historische Änderung spielte sich 1989 ab, als eine mehr als vierzigjährige Herrschaft der Kommunistischen Partei beendet wurde. Es bildeten sich einige neue politische Parteien, gefolgt von demokratischen Wahlen. In der Firmen-, Stadt- und Staatsverwaltung erschienen neue Leute, neue Möglichkeiten hat die Privatisierung und die Möglichkeit in die ganze Welt zu reisen, geboten. Dies alles hat auch für Schönbach gewisse Änderungen, die aber nicht zum Schaden der Stadt dienten, gebracht. Viele Bürger haben im Ausland Arbeit gefunden, viele haben sich auf eigene Füße gestellt und neue Firmen gegründet. Staatliche Geschäfte, Dienstleistungen und Betriebe wurden privatisiert, einerseits besser, anderseits nicht so gut. Auf diese Weise änderte sich der Betrieb Cremona in eine GmbH mit dem Handelsnamen STRUNAL (ab 2006 Aktiengesellschaft Strunal CZ), der Betrieb Stavokonstrukce wurde auf ELROZ umbenannt und hat Schönbach verlassen, er hat heute seinen Sitz in Fleißen (Plesná). Das Gebäude der Firma Elroz hat ein deutscher Unternehmer gekauft und heute werden in der Firma F.P. Technik Automodelle aus Kunststoff hergestellt. Zu den größeren Privatunternehmen, die unser Interesse verdienen, gehören die Gesellschaften Akord Kvint und Atelier Saldo. Nach einigen Verhandlungsjahren kam es am 1. Januar 1995 zur feierlichen Eröffnung eines Grenzübergangs für Fußgänger zwischen Schönbach und der deutschen Ortschaft Wernitzgrün. Einen positiven Beitrag für die Stadt und ihre Einwohner stellten die letzten zwei Aktionen dar. Die erste von ihnen war der Bau einer Abwasserkläranlage einschließlich des Hauptnetzes der Abwasserleitung. Mit dem Bau hat man 1995 begonnen, im Juli 1997 wurde die Abwasserkläranlage in Betrieb genommen. Die zweite, nicht weniger bedeutende, war die Einführung der Gasleitung in der Stadt. Mit dem Bau hat man im Mai 1998 begonnen und schon am 24. November desselben Jahres konnte das Gas fließen.
Im Jahr 2001 wurde im Rathaus die Dauerausstellung „Historie der Stadt Luby“ eröffnet. Im Raum sind viele historische Fotografien und Textbeiträge in CZ und D. Im Rathaus kann man auch das Musikinstrumentenmuseum besuchen.
Feierlich wurde im August 2004 die restaurierte Mariensäule (1699) wieder auf dem ursprünglichen Platz vor der Rathaus aufgestellt.
Auf dem Friedhof wurde in mährjähriger Arbeit die Spitalkapelle zur neuen Schönheit gebracht, auch der Friedhof wurde teilweise neu gestaltet.
Ab 2005 gibt es einen neuen Aussichtsturm aus Holz (22 m) in der Nähe des Golfplatzes mit schöner Aussicht ins weite Egertal. Im gleichen Jahr wurde mit Hilfe von EU Fördermitteln ein neues Sportareal (Kunstbelag) hinter der Bürgerschule errichtet.
Das bisher letzte bedeutende Ereignis für unsere Stadt war die Grenzöffnung für Autos (3,5 t). Damit wurde das letzte „Hindernis“ zwischen unseren Nachbarn und uns beseitigt, wir haben ein Europa ohne Grenzen.
In der Stadt Schönbach wohnen zu Zeit ungefähr 2400 Einwohner. Es gibt 2 Schulen, eine Musikschule, einen Kindergarten, Kulturhaus mit Kino, Post, mehrere Gasthäuser und ein Kaffee. Im Zentrum steht seit 1927 das Geigenbauerdenkmal – Symbol der Musikinstrumentenstadt Schönbach, in unmittelbarer Nähe steht eine der ältesten Kirchen im Westböhmen – die St. Andreas Kirche (1188).
Die Stadt wird von der eigenen Stadt und ihren Ortsteilen Oberschönbach, Unterschönbach und Absroth gebildet. Die Gemeindeangelegenheiten werden vom Stadtamt geregelt, die Stadtvertretung besteht aus neun Gemeinderäten. Im Rat¬haus befindet sich das Einwohnermeldeamt + Matrik, weiter das Finanz- und Bau/Umweltamt. Die Stadt verwaltet auch einen Bauhof. Nach der durchgeführten Verwaltungsreform im Jahre 2000 gehört Schönbach zum Karlsbader Land.
Opatov / Absroth1149 widmete König Konrad III. dem tschechischen König Vladislav II. den Umkreis von Schönbach. Dieser übergab den Umkreis dann am 28. Juni 1165 an das Waldsassener Kloster. Erst im Jahre 1185 wurden in der veröffentlichten Urkunde die Siedlungen des gestifteten Gebietes angeführt, unter denen auch „duo ville Abtisrode", also zwei Dörfer Abtsrod (Opatov - in Deutsch Absroth) erwähnt wurden. Es handelte sich um das „Oberes Dorf" und das „Unteres Dorf".
1720 wird Opatov Absrode genannt, im Jahre 1726 bereits Abtsroth und seit dem Jahre 1847 bis heute wird der deutsche Name Absroth verwendet.
Das dem Herrschaftsgut Schönbach untergeordnete Gebiet wurde bei der Gebietsreform im Jahre 1850 auf die Gemeindeteile aufgeteilt: mit Absroth wurden Oberschönbach und Unterschönbach vereinigt, weiter Egeten, Fünfhausen und Leibitschtal. Im Jahre 1904 wurden Unterschönbach und 1908 Oberschönbach als selbstständige Gemeinden getrennt. Ein bedeutender Teil von Absroth war das Leibitschtal. Am Leibitschbach wurde im Jahre 1828 eine Spinnerei und Weberei erbaut, die an der 18./19. Jahrhundertwende bis zu 400 Mitarbeiter hatten. Die Fabrik wurde 1950 stillgelegt und gegenwärtig ist das Gebäude leer. Bereits 1830 gab es in Absroth die so genannte Wanderschule bis zum Jahre 1830. Schon 1877 fand der Unterricht im eigenen Gebäude statt. Die Schule existierte hier bis 1945, später wurde sie wieder ab dem Jahre 1956 ins Leben gerufen und im Jahre 1961 ist sie definitiv geschlossen worden. Die Strasse Luby – Falkenau (Sokolov) wurde von Sokolov in Richtung Leibitschtal erbaut und 1850 fertiggestellt und dann 1865-1870 weiter nach Schönbach geführt. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Anzahl der Erzeuger der Musikinstrumente und Bestandteile zu steigen, um das Jahr 1906 waren es 89, des weiteren wurden hier 13 Näherinnen und Stickerinnen angeführt. An dem Bach Hintere Leibitsch standen drei Mühlen. Die obere Mühle war bis 1945 im Betrieb. Die mittlere Mühle war im Betrieb bis zum Jahre 1953. Die letzte, die untere Mühle beendete ihren Betrieb schon am Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts.
Am Ende des zweiten Weltkrieges gab es in Absroth 60 Häuser und Bauten. Gegenwärtig leben in Opatov 40 Einwohner. Die anderen Häuser werden als Erholungsobjekte genutzt.